Glaube und Spiritualität
Fünf Minuten Liturgisches vor der Liturgie
Liturgische Bildung im Alltag: Kurzimpulse für die Gottesdienstgemeinde
Dort, wo Menschen sich zur Liturgie versammeln
Liturgische Bildung ist in den jetzigen Umbruchszeiten sicher nicht weniger notwendig als zur Zeit Guardinis, für den dieser Bereich theologischer Bildung ein Herzensanliegen war. Aber es ist vermutlich noch schwieriger geworden, Menschen für die Teilnahme an solchen Bildungsveranstaltungen zu gewinnen. Nach dem Prinzip „Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen” war die Idee der Kurzreihe „Fünf Minuten Liturgisches vor der Liturgie”, kleine Happen liturgischer Bildung dort anzubieten, wo sich Menschen sowieso zur Liturgie versammeln, also vor Beginn des eigentlichen Gottesdienstes. Dann muss niemand (viel) zusätzliche Zeit mitbringen, und die Grundmotivation der Anwesenden sollte dem didaktischen Anliegen günstig sein.
Die Zielgruppe war also „der normale Gottesdienstbesucher” und damit durchaus uneinheitlich. Das in der Konzeption vorausgesetzte Gemeinsame der Zuhörerschaft war schlicht das Besuchen der Sonntagsliturgie. Damit konnte grundsätzlich eine gewisse Handlungs-Vertrautheit mit dem Thema Liturgie vorausgesetzt werden, zugleich aber u. U. eine geringe Reflexivität. Außerdem vermutlich das Bewusstsein, mit dem Besuch einer katholischen Sonntagsmesse zunehmend einer nicht unbedingt angesehenen gesellschaftlichen Minderheit anzugehören.
Impulse zur Bedeutung liturgischen Handelns
Vor Beginn von sechs Gottesdiensten in Folge wurde deshalb in jeweils ca. 5 Minuten (500-600 Wörter) ein kleiner Impuls gegeben, der liturgisches Handeln allgemein und ausgewählte Punkte der Liturgie kurz und möglichst griffig zu erläutern und in seinem Sinn näherzubringen versuchte. Der Stil war der eines Impulsreferates mit möglichst freundlicher, zum Mitdenken einladender nonverbaler Gestaltung. Gesprochen wurde von den Altarstufen mit Handmikrophon.
Die Impulse versuchten ausgehend von dem Begriff „Beziehungspflege” den Grund von liturgischem Handeln für heute verständlich zu machen und liturgische Handlungen mit Hilfe von Alltagserfahrungen im Bereich Kommunikation und Beziehung und durch den Verweis auf ihren ursprünglichen Sinn nahezubringen.
Dabei wurde das Thema Beziehungspflege mit Gott und den Mitchristen verwendet, um an den Sinn von Liturgie grundsätzlich heranzuführen, ohne dabei andere Deutungen und Bedeutungen auszuschließen. Im Hintergrund stand die imaginierte Frage, wieso man bitte jeden Sonntag irgendwelche alten Riten abspulen müsse. Ein Brückenschlag war hier die Wiederentdeckung der Rituale im Bereich Familienpsychologie und Pädagogik. Zugleich wurde damit der rote Faden der „participatio actuosa" (das Wort kam selbstverständlich nicht vor) und der Wichtigkeit der Anwesenheit jedes Einzelnen in Abkehr von einem Gottesdienstbesuch in der Zuschauerrolle für die Impulse eingefädelt. Von normalem Grußverhalten, bzw. normaler Körpersprache her wurde das liturgische Grüßen, liturgische Antworten, Sinn einer besonderen liturgischen Kleidung, das Bewusstsein der Anwesenheit des Herrn und liturgische Körperhaltungen erklärt. Ein Anliegen war auch immer wieder die Ritualisierung und damit offizielle Regelung des liturgischen Handelns selbst als sinnvoll nahezubringen.
Denkanstoß für alle Generationen
Die Reaktionen waren positiv, gerade manchen jüngeren Anwesenden war anzusehen, dass sie ins Denken gerieten. Ältere Gottesdienstteilnehmer meldeten zurück, dass die Impulse für sie sehr hilfreich seien für das Gespräch mit der nächsten Generation.
Kontaktdetails für Rückfragen
Dr. Adrienne Weigl
KBW Miesbach
Stadtplatz 4
83714 Miesbach
adrienne.weigl(at)kbw-miesbach.de
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