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„Familias“ als Methode der Zielgruppenanalyse in der Familienbildung

Zielgruppenarbeit am Beispiel EKP®

Zielgruppenanalyse

Kennen Sie Ihre Zielgruppe gut und wissen, wie Sie diese gut erreichen?

Eine Zielgruppenanalyse ist ein methodischer Ansatz, der häufig im Marketing, der Bildungsplanung und in der Sozialarbeit verwendet wird, um abstrakte Zielgruppen durch realitätsnahe, fiktive Personenprofile zu veranschaulichen, um Angebote besser planen zu können.

Die Erstellung von Familias als Methode der Zielgruppenarbeit kann dazu dienen, Bedürfnisse von jungen Familien genauer zu erkennen und mögliche Zugangshürden in der Region herauszufinden. Mögliche Gründe, warum Angebote nicht genutzt werden - z.B. fehlende Kinderbetreuung, Sprachbarrieren, Kosten, mangelnde Information, Infrastruktur, Wohnortnähe, Sich-Nicht-Angesprochen-Fühlen können analysiert werden und Angebote in der Familienbildung niedrigschwelliger gestaltet und Ressourcen sinnvoll eingesetzt und planbar werden.

Personas von EKP®-Gruppenleiter:innen

Das Eltern-Kind-Programm EKP®, das Original bald seit 50 Jahren, und als eingetragene Marke der Katholischen Erwachsenenbildung macht sich im Marketing die Zielgruppenanalyse durch das Erstellen von Personas zunutze. Ziel ist es, ein möglichst differenziertes Bild der Lebenslagen, Bedürfnisse und Herausforderungen von Eltern-Kind-Gruppenleitungen zu erhalten, um deren Zugangsvoraussetzungen zu erfassen, Multiplikatoren Schulungen (weiterhin) bedarfsgerecht planen zu können, ihnen in ihren persönlichen Spielräumen gerecht zu werden, und Anreize zu schaffen um sie als motivierte ehrenamtliche Akteure im Eltern-Kind-Programm EKP® langfristig zu halten. 

Zuordnungen von Gruppenleitungen dienen als Orientierung und sollen die Ansprache und den Umgang mit den unterschiedlichen und vielfältigen Typen von EKP® Gruppenleitungen vereinfachen: Personas im EKP® wie Doris Dino, Hanna Herzblut, Marcel Mann, Nina Neu, Pia Päd, Rita Rüstig und Zoe Zett – um nur einige zu nennen - machen die Zielgruppe der Gruppenleitungen im EKP® greifbar. Diese Einteilung ist universell nutzbar für die Familien- und Erwachsenenbildung, ermöglicht es klar über die Zielgruppe zu sprechen und Angebote passgenauen zu echten Bedürfnissen zu generieren.

Familias zur Erfassung der Zielgruppe Familien/Eltern

Im Gegensatz zur Persona, wird bei einer Familia nicht die einzelne Person als Gruppenleitung, sondern eine Personengruppe der Familien in den Blick genommen. Angebote der Familienbildung, wie das EKP®, richten sich an Personen, die zumeist in ihrer „Funktion“ eines Familiengefüges teilnehmen. Dieses Gefüge muss bei Angeboten der Familienbildung mitgedacht werden, um die Bedürfnisse und Anliegen an ein Eltern-/Familienbildungsprogramm zu erfüllen.

Durch das Erstellen von Familias kann die Zielgruppe Eltern/Familie als gesamtes betrachtet und Angebote für sie entsprechend konzipiert werden. Es dient dazu, auf wissenschaftlicher Grundlage bedarfsgerechte, wirksame und zugängliche Bildungsangebote für unterschiedliche Familienformen zu entwickeln und passgenau zu planen. 

Die Analyse erfolgt klassisch in mehreren systematischen Schritten

  1. Problem- und Zieldefinition als Grundlage für die Entwicklung der Gruppierungen
  2. Datenerhebung zur Zielgruppe
  3. Eingrenzung und Beschreibung der Zielgruppe, Sammlung von Informationen über die potenzielle Zielgruppe. Differenzierung der Zielgruppe anhand relevanter Merkmale. Identifikation von Zielgruppensegmenten.
  4. Ableitung von Handlungsempfehlungen, konkrete Schlussfolgerungen für die Gestaltung von Familienbildungsangeboten und Programmentwicklung
  5. Evaluation und Anpassung, Überprüfung, inwieweit die entwickelten Angebote tatsächlichen Bedürfnissen der Zielgruppen (regional) entsprechen

 

Eigenschaften/Daten von Familien-/Eltern-Typen sammeln/erheben

Dazu helfen Fragen, wie:

  • Wie sehen Familien/Eltern meiner Umgebung aus und wie stellst du sie dir vor?
  • Wie stehen diese Familien/Eltern zu deiner Institution?
  • Welche Interessen, Werte, Wünsche und Erwartungen haben diese Familien/Eltern?
  • Was ist ihr Ziel, das sie mit deinem Angebot erreichen will?
  • Welche Herausforderungen haben die Familien/Eltern?
  • Welche „Services“ wünschen sie sich deshalb?
  • Wie sieht die ideale Lösung für diese Familien/Eltern aus?
  • Wie hilft das Angebot der Familien/Eltern weiter?
  • Welche Einwände könnten die Familien/Eltern haben?
  • Wie sollen die Angebote für diese Familien/Eltern präsentiert werden?
  • Wie soll mit den Familien/Eltern kommuniziert werden?

 

(Anpassung der Fragen an die eigenen Bedürfnisse, die mit der Erstellung von Familias verfolgt werden.)

 

Sedcard erstellen

Familias graphisch ausarbeiten

Dies umfasst die Erstellung von Sedcards oder ähnlichen Visualisierungen, die die Familias lebendig werden lassen. Die visuelle Darstellung hilft, sich die Familias besser vorzustellen und fördert die Empathie mit der Zielgruppe. Kostenlose Vorlagen dafür sind im Netz zu finden, z.B. bei Canva.

  • Name: Geben Sie Ihrer Familia einen realen Namen 
  • Foto: Ein passendes Gesicht zur Familia lässt sie realer wirken. Wählen Sie hierfür ein authentisches Bild.
  • Zitat zur Persönlichkeit: Ein typisches Zitat der Familia kann deren Charakter widerspiegeln
  • Kategorien: Fassen Sie die herausgearbeiteten Eigenschaften in Kategorien zusammen. Z.B.:
    • Ziele und Erwartungen
    • Erziehungsstil
    • Bedürfnisse
    • Herausforderungen
    • Persönlichkeit/Interessen
    • Erreichbarkeit
    • Sozialer Kontext
    • Usw.

Als Cluster teilnehmender Familien im EKP® lassen sich z.B. Familientypen wie Familie Alleinerziehend, Familie Besonders-Bunt, Familie Bewusst, Familie Classic, Familie Einheimisch, Familie Lifestyle, Familie Neuzugezogen und Familie Patchwork, Familie Regenbogen aktuell zusammenfassen.

 

 

Kontaktdetails für Rückfragen

Valeska Farnbacher M.A.

Fachreferentin 

Fachbereich Familienbildung – Schwerpunkt Eltern-Kind-Programm EKP® 

Abt. 5.4.1 Profilbereiche Erwachsenenbildung 

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ERZBISCHÖFLICHES ORDINARIAT MÜNCHEN

Kapellenstraße 4 | 80333 München

Tel.: 089 2137 1392

E-Mail: vfarnbacher@eomuc.de

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