Kultur
Italienische Spuren in München
Ein Bildungsangebot für alle Sinne
Wo und wie haben Menschen aus Italien das kulturelle Leben in München und Bayern geprägt?
Dieser Frage ging der Kurs „Kunst – Kirche – Kulinarik“ des Münchner Bildungswerks in Kooperation mit der KEB München und Freising an drei Terminen nach.
Kultur wurde mit allen Sinnen erfahrbar gemacht – schmeckend, hörend, sehend und erzählend. Die Reihe ist als zusammenhängender Kurs konzipiert und fördert durch ihre Kontinuität den Austausch unter den Teilnehmenden.
Eine interkulturelle Begegnung zwischen Bayern und Italien
Ziel der Reihe ist es, italienische Kultur auf unterschiedlichen Ebenen erfahrbar zu machen: durch historische Quellen, durch Begegnungen mit Menschen, die diese Kultur in München leben, und durch die italienische Küche. Das Format ist bewusst übertragbar und könnte ebenso auf andere Länder und Kulturen angewendet werden, denn München – wie viele andere deutsche Städte – ist in Architektur, Gastronomie und Wirtschaft seit jeher von kultureller Vielfalt geprägt. Diese Vielfalt sollte auch sinnlich erfahrbar werden, und eine Begegnung mit Teilnehmenden aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten ermöglichen. Hintergrund der Reihe ist die klare Vermittlung von Migration als positivem Entwicklungsfaktor für eine Stadt.
Kultur mit allen Sinnen erfahrbar machen
Den Auftakt bildete eine Führung durch das historische München. Vom Literaturhaus über die Alte Oper und die Theatinerkirche bis zur Staatsoper verband der Rundgang architektonische Höhepunkte mit biografischen Erzählungen, etwa zur Kurfürstin Henriette Adelaide, die ihre Opernleidenschaft und ihren Glauben aus Italien nach München brachte. Solche persönlichen Geschichten machen Geschichte lebendig und zeigen, wie Menschen aus unterschiedlichen Kulturen das Stadtbild bis heute prägen. Ergänzt wurde die Führung durch einen jungen italienischen Musikstudenten, der mit einer Saxophon-Darbietung im öffentlichen Raum den italienisch-deutschen Kulturaustausch im Bereich der Musik verdeutlichte.
Der zweite Termin führte ins Archiv des Erzbistums München und Freising. Der stellvertretende Direktor Dr. Roland Götz präsentierte originale Dokumente aus dem 17. bis 20. Jahrhundert, darunter Verträge sowie Kirchen- und Sterbebücher von in Bayern lebenden Italiener:innen. Der direkte Zugang zu den Quellen – teilweise konnten die Dokumente eingesehen und durchgeblättert werden – machte Geschichte anschaulich und zeigte, wie sehr nicht nur das gesellschaftliche, sondern auch das kirchliche Leben in der Diözese München und Freising seit Jahrhunderten von Migration geprägt ist.
Der dritte Teil der Reihe widmete sich der italienischen Küche als gelebter Kultur. Ausgangspunkt war der Viktualienmarkt mit einem Besuch bei Marinas Feinkost, wo neben einer Antipasti-Verkostung auch persönliche Migrationsgeschichten geteilt wurden. Es folgten eine Weinprobe in der Masi Winebar an der Maximilianstraße sowie der Abschluss in einer italienischen Eisdiele am Isartorplatz. In Gesprächen mit den Mitarbeitenden entstand ein Erzählcafé, das kulinarische Erfahrungen mit biografischen Perspektiven verband. Ziel war es, die Lebens- und Arbeitswege von Menschen mit Migrationsgeschichte sichtbar zu machen und Einblicke in ihre Erfahrungen in Deutschland zu geben.
Diese praktische Annäherung ging bewusst über ein reines Verkostungsformat hinaus. Kultur wurde mit allen Sinnen erfahrbar gemacht – schmeckend, hörend, sehend und erzählend. Eine Herausforderung bleibt die Einbindung lokaler Betriebe, insbesondere an stark frequentierten Wochenenden.
Kontaktdetails für Rückfragen
Dr. Umberto Lodovici
Referent für Bildung und Migration
KEB München und Freising e. V.
Arbeitsgemeinschaft Katholische Erwachsenenbildung
in der Erzdiözese München und Freising e.V.
E-Mail: ULodovici(at)eomuc.de
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