Gesellschaft
Sprechen und Zuhören
Neues Gesprächsformat für echten Austausch
Sprechen & Zuhören - Wie geht es mir mit ...
Dem Anderen wirklich zuhören, das kann oft mehr bewegen als jedes sachliche Argument. Genau da setzt das Gesprächsformat „Sprechen & Zuhören" an, das der Verein „Mehr Demokratie e.V." entwickelt und inzwischen deutschlandweit erprobt hat. Es ist kein Debattenraum, sondern ein Ort, an dem Stille, und echte Aufmerksamkeit ihren Platz haben. In der Praxis sieht das so aus: In kleinen Gruppen sprechen vier Personen über eine gemeinsame Frage – ohne Kommentare oder Bewertungen. Es geht dabei nicht um Meinungen und Wertungen, sondern um Persönliches: um die persönliche Wahrnehmung, um Erfahrungen, Hoffnungen, Wünsche, Ängste oder Sorgen. Während eine Person spricht, üben die anderen, wirklich zuzuhören und zugleich wahrzunehmen, was das Gehörte in ihnen selbst bewegt. Diese schlichte Struktur öffnet einen Raum, in dem Verständnis wächst – für den anderen und für sich selbst.
Zuhören und wahrnehmen statt Meinungskampf
Das gemeinsame Üben von Aufmerksamkeit und Resonanz schafft eine Erfahrung, die weit über das Gespräch hinausweist. Die klaren Regeln schaffen einen geschützten Rahmen und sorgen für Ruhe und Vertrauen. Keiner muss sich rüsten für eine hitzige Diskussionen, keiner muss sich schützen vor Angriffen, keiner muss Argumente zurechtlegen. Da sein, zuhören, wahrnehmen. So entsteht eine Verbundenheit zwischen Menschen. Es ist ein kraftvoller Beitrag zu einer demokratischen Kultur und zu einer Gesellschaft, in der Menschen einander wieder zuhören – und dadurch ein Stück näher zusammenrücken.
Drei Runden mit klaren Regeln
Es werden Gruppen gebildet mit je vier Personen. Idealerweise kennen sich die Personen in einer Gruppe nicht, oder nicht sehr gut. Außerdem bietet es sich an, Geschlechter und Alter zu mischen, wenn möglich. Es gibt ein bis zwei Moderator:innen, die zunächst das Thema vorstellen sowie die Regeln (keine Unterbrechung, keine Rückfragen, kein Feedback/Kommentar (weder verbal noch nonverbal), von sich sprechen, nicht über andere, vertraulicher Umgang mit dem Gehörten). Anschließend werden drei Runden durchgeführt, in der jeder in der Gruppe jeweils vier Minuten Sprechzeit hat. Die anderen hören zu, nehmen wahr und beobachten sich selbst. Wer nichts mehr zu sagen hat, bleibt still. Auch Stille wird ausgehalten. Die Moderator:innen überwachen die Zeit sowie die Regeln. Sind alle drei Runden beendet, gibt es einen Austausch mit allen Teilnehmenden zum Prozess: Wie hat man den Abend erlebt, was ist in einem passiert, was hat man Neues erfahren, was hat Schwierigkeiten gemacht.
Weiterführende Infos / Links
Die Moderator:innen sollten vorab die eintägige Fortbildung zu diesem Format vom Verein „Mehr Demokratie e.V." gemacht haben. Dieser bietet auch monatliche Gesprächsabende online an. In Freising haben wir das Format nach der Weiterbildung in einer Kooperation mit der Stadtbibliothek und der Interkulturellen Stelle der Stadt Freising gestartet.
Kontaktdetails für Rückfragen
Claudia Bauer
Öffentlichkeitsreferentin
Katholisches Kreisbildungswerk Freising e.V.
E-Mail: claudia.bauer(at)kbw-freising.de
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